Charterbedingungen

1. Chartervertrag
Der Chartervertrag wird vollständig ausgefüllt an den Vercharterer zurückgegeben. Mit Bestätigung der Reservierung ist der Chartervertrag geschlossen und ist die Hälfte des Charterpreises innerhalb von 10 Tagen zur Zahlung fällig. Die Bestätigung mit evtl. darin enthaltenen Ergänzungen ist Bestandteil des Vertrages, was durch Leistung der Anzahlung ausdrücklich vom Charterer anerkannt wird. Erst mit Anzahlungseingang wird der Vertrag für den Vercharterer verbindlich. Bei Überschreitung der Anzahlungsfrist kann der Vercharterer den Vertrag sofort stornieren. Die zweite Hälfte des Charterpreises ist zwei Wochen vor Antritt der Fahrt fällig. Bei der Abfahrt ist dem Vercharterer die Nummer vom Reisepass oder Personalausweis des Charterers bzw. Bootsführers anzugeben. Ferner ist eine Kaution in Höhe von € 1.500,-- für verbrauchten Treibstoff und evtl. Schaden zu hinterlegen, und zwar in Bargeld oder Euroschecks. Die Kaution wird bei ordnungsgemäßer Rückgabe sofort zurückerstattet.

2. Charterbedingungen
Der Charterer bzw. Bootsführer muss im Besitz eines gültigen Segelscheines oder eines gleichwertigen, anerkannten Befähigungsnachweises sein. Hat der Charterer selbst kein derartiges Zeugnis, muss auch der Schiffsführer seine gesamtschuldnerische Haftung für alle Verpflichtungen aus dem Chartervertrag unterschriftlich anerkennen.
Der Charterer erklärt, über die erforderliche Befähigung zur selbstständigen Schiffführung zu verfügen und verpflichtet sich, von dem Schiff sorgfältig und nach den Regeln guter Seemannschaft Gebrauch zu machen. Insbesondere obliegt es ihm:

  • a) das an Bord befindliche Logbuch zu führen und im Schadensfall das Logbuch an den Vercharterer bzw. Behörden auszuhändigen.
  • b) vorschriftsmäßig ein- und auszuklarieren und sämtliche Bestimmungen und Vorschriften der Gast- bzw. Aufenthaltsländer und Hafenbehörden zu beachten.

Mit Unterschrift des Chartervertrages wird eine Kopie des Segelscheines sowie eine Liste mit entsprechenden Befähigungsnachweisen über Vorkenntnisse und Seemeilenerfahrung beigefügt. Weitere Anforderung von Unterlagen über die Befähigung des Charterers oder dessen Schiffsführers behält sich der Vercharterer vor.
Die Navigation ist nur in ausreichend tiefem Wasser gestattet.

3. Charterzeit
Die Charterzeit beginnt um 14 Uhr und endet um 10 Uhr des im Vertrag angegebenen Tages, gewöhnlich Freitags. Der Charterer ist zu pünktlicher Rückgabe verpflichtet. Der Charterer hat dem Vercharterer den Schadenersatz zu erstatten, den dieser wegen der Verspätung an Dritte leisten muss. Dies gilt nicht bei höherer Gewalt. In jedem Falle aber gilt der Chartervertrag bis zur ordnungsgemäßen Rückgabe als verlängert; insofern bestehen auch die Verpflichtungen zum Beaufsichtigung des Bootes fort. Übernahme und Rückgabe des Bootes finden stets innerhalb der Charterzeit statt. Für die Törnplanung bedeutet dies, dass am Übernahmetag unter Umständen nicht mehr zu einem anderen Hafen ausgelaufen werden kann und das zur Einhaltung des Rückgabetermins unter Umständen bereits am Vortag im Heimathafen festgemacht werden muss.

4. Versicherungen
Für alle Schiffe besteht eine Haftpflichtversicherung und eine Vollkaskoversicherung mit einer Deckungssumme von fünf Millionen DM. Die vereinbarte Selbstbeteiligung in Höhe der Kaution findet auf jeden Schadensfall Anwendung, sowohl bei eigenem Schaden als auch bei an Dritten zugefügtem Schaden. Der Verlust von nicht fest mit dem Boot verbundenen Ausrüstungsgegenständen ist vom Versicherungsschutz ausgenommen.

5. Verantwortung
Der Charterer ist für das Schiff und die Ausrüstung verantwortlich. Er darf das Schiff nicht länger als zwölf Stunden unbeaufsichtigt in einem fremden Hafen zurücklassen. Er ist zur Durchführung der täglichen Kontroll- und Pflegearbeiten verpflichtet. Die vom Vercharterer übergebene Betriebsanleitung und die Anweisungen für den Schadensfall werden vor Übernahme des Bootes zur Kenntnis genommen und während des Törns beachtet. Der Vercharterer und seine Beauftragten übernehmen keine Haftung für Personen- und Sachschaden des Charterers und seiner Crew.

6. Übernahme
Die Übernahme des Catamarans findet im umseitig bezeichneten Ausgabehafen statt. Ab 14 Uhr des Übergabetages kann der Charterer in das Schiff einziehen. Um ca. 15 Uhr findet eine theoretische und praktische Einweisung mit Probefahrt statt. Die Dauer der Einweisung ist u.a. vom Kenntnisstand des einzuweisenden Schiffsführers abhängig.
Der Charterer hat den Schiffszustand und die Vollständigkeit der Ausrüstung an Hand eines Ausrüstungsverzeichnisses gemeinsam mit dem Vercharterer zu überprüfen und zu bestätigen. Das Schiff ist während der Probefahrt in allen Funktionen zu testen.
Die Übernahme des Schiffes durch den Charterer gilt als Bestätigung des einwandfreien Zustandes.
Der Übergabetag kann daher regelmäßig nicht zum Törnbeginn durch den Charterer verplant werden. Der Schiffsführer sollte sich bei verbleibender Zeit an diesem Tag vielmehr durch eine Rundfahrt mit den Eigenheiten des ihm anvertrauten Bootes vertraut machen.
Erst nach ordnungsgemäß abgeschlossener Einweisung hat der Charterer das Recht den Catamaran eigenverantwortlich loszumachen.

7. Rückgabe
Die Rückgabe des Catamarans findet grundsätzlich wiederum im Ausgangshafen statt. Die Rückgabe muss zum Ende der vereinbarten Charterzeit abgeschlossen sein, damit genügend Zeit für die notwendigen Kontroll-, Wartungs- und Pflegearbeiten bleibt. Das Schiff ist grundsätzlich in sauberem Zustand zu übergeben und entsprechend innen und außen, einschließlich Bordwand gründlich zu reinigen. Ist die Reinigung des Bootes durch den Charterer zum Rückgabetermin noch nicht abgeschlossen, so kann der Vercharterer gleichwohl die Rückgabe verlangen und die anfallenden Reinigungskosten dem Charterer in Rechnung stellen.
Falls der Charterer das Schiff an einem anderen Ort als dem vereinbarten verlässt, hat er die Kosten für die Rückführung des Schiffes zu tragen. Erst wenn das Schiff den Ausgangshafen erlangt, ist die Rückgabe des Schiffes erfolgt.
Der Rückgabetermin kann regelmäßig nur dann eingehalten werden, wenn bereits am Vorabend an den Stegen des Vercharterer festgemacht wurde. Die Rückgabe gilt erst dann als ordnungsgemäß, wenn der Catamaran einschließlich Papieren und Ausrüstung abgegeben wurde. Bei fehlenden Ausrüstungsteilen ersetzt die unaufgeforderte Verlustmeldung und Erstattung des Anschaffungspreises die Rückgabe. Das Verschweigen verursachter Schäden begründet zusätzlich eine Vertragsstrafe in Höhe des Schadenersatzanspruchs. Bei Beschädigung oder Verlust des Bootes oder irgend eines im Inventar festgehaltenen Bootszubehöres ist der Charterer gehalten, die Reparaturkosten zu übernehmen bzw. einen Ersatz zu liefern. Die Erstattung der Kaution wird dann bis zur Begleichung der Rechnungen für die Reparatur bzw. die Ersatzlieferung durch den Vercharterer aufgeschoben. Die Erstattung erfolgt als dann unter Abzug der vom Vercharterer entstandenen Kosten einschließlich Nebenkosten. Bodenberührungen ziehen eine kostenpflichtige Untersuchung des Unterwasserschiffes nach sich. Der Charterer haftet auch für alle Schäden, Verluste und Unfälle seiner Crew. Es muss auf unbedingte Einhaltung des Rückgabetermins bestanden werden. Auch der nächste Charterer will das Boot pünktlich übernehmen. Ggf. sind auch dessen Schadenersatzansprüche wegen verzögerter Übernahme zu tragen. Verzögerungen bei der Rückreise durch Wartezeiten an Schleusen oder dergl. sind keineswegs höhere Gewalt, sondern bei der Törnplanung entsprechend zu berücksichtigen.

8. Schadensfall
Im Schadensfall sind die besonderen Anweisungen des Vercharterer genau zu beachten. Einen Anspruch auf anteilige Erstattung des Charterpreises für die Reparaturzeit hat der Charterer nur dann, wenn dem Vercharterer Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt. Bei technischen Störungen bleiben Reparaturzeiten bis 24 Stunden in jedem Fall unberücksichtigt. Bei Totalverlust des Catamarans wird der Vercharterer von seiner Leistungspflicht frei; ein Anspruch auf Erstattung des Charterpreises besteht nicht. Im Schadensfall muss der Charterer stets alle erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung des Versicherungsschutzes und zur Schadensfeststellung treffen. Der Vercharterer ist stets sofort zu verständigen.

9. Fahrtgebiet
Das normale Fahrtgebiet des Catamarans umfasst die Küste Mallorcas. Erweiterungen bedürfen der ausdrücklichen schriftlichen Zustimmung des Vercharterer. Der Charterer ist stets verpflichtet, den Catamaran auf seine Kosten - notfalls auf dem Landweg - zurückzubringen. Allein der Charterer ist für die ordnungsgemäße Zollabfertigung und dergl. verantwortlich und haftet für alle daraus entstehenden Nachteile. Dem Charterer ist bekannt, dass außerhalb des zugestandenen Fahrtgebiets keinerlei Versicherungsschutz besteht.

10. Rücktritt des Vercharterers
Wenn der Catamaran aus vom Vercharterer nicht zu vertretenden Gründen nicht verfügbar ist und er keinen mindestens gleichwertigen Ersatz zur Verfügung stellen kann, so hat er das Recht, unter Erstattung des Charterpreises vom Chartervertrag zurückzutreten. Bei einer verzögerten Bereitstellung besteht lediglich Anspruch auf anteilige Erstattung des Charterpreises. Bei Verzögerungen von mehr als 24 Stunden kann der Charterer den Rücktritt verlangen. Der Vercharterer hat ein Rücktrittsrecht, ohne dass ein Anspruch auf Erstattung des Charterpreises besteht, wenn der Charterer die Charterbedingungen nicht einhält oder er sich offensichtlich zur sicheren Führung des Bootes als unfähig erweist und der Vercharterer sich damit strafbar machen oder Regressansprüchen Dritter aussetzen würde.

11. Rücktritt des Charterers
Die Rücktrittsrechte des Vercharterer gelten analog auch für den Charterer. Bei einem nicht vom Vercharterer zu vertretenden Rücktritt gilt folgendes: Erfolgt der Rücktritt wenigstens 21 Tage vor Charterbeginn, so hat der Vercharterer Anspruch auf den halben Charterpreis, bei späterem Rücktritt auf den vollen Charterpreis. Der Anspruch des Vercharterer reduziert sich auf die Bearbeitungskosten in Höhe von 10% des Charterpreises, wenn ein Ersatzcharterer gefunden wird. Es wird unbedingt der Abschluss einer Reisrücktrittskostenversicherung empfohlen.

12. Haustiere
Die Mitnahme von Haustieren bedarf einer schriftlichen Genehmigung des Vercharterer. Diese kann nur erteilt werden, wenn der Charterer uneingeschränkt für alle durch das Tier verursachten Beschädigungen und Verschmutzungen haftet. Eine entsprechende Haftungserklärung ist erforderlich. Aber auch dann dürfen Haustiere keinesfalls auf die Polster im Salon oder in den Kabinen genommen werden.

13. Sonstiges
Der Catamaran darf nicht für Zwecke benutzt werden, die gegen geltendes Recht verstoßen. Es dürfen weder Personen noch Güter gegen Entgelt befördert werden.
Die Teilnahme an Wettfahrten und ähnlichen Veranstaltungen ist strengstens untersagt.
Es dürfen keine Fahrten bei Dunkelheit oder umsichtigem Wetter durchgeführt werden. Die Tagesziele sind so zu bemessen, dass stets rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit ein geeigneter, sicherer Liegeplatz aufgesucht werden kann.
Die Wasserstände sind zu beobachten. Es sind dabei unbedingt die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Evtl. verlängerte Fahrzeiten bei der Rückreise durch erhöhte Strömung ist rechtzeitig Rechnung zu tragen. Ein Wechsel in der Schiffsführung oder der Mannschaft während des Törns ist nur mit schriftlicher Zustimmung der Vercharterer zulässig. Der Charterer ist stets selbst zur persönlichen Rückgabe des Catamarans verpflichtet.
Bei einem außergewöhnlichen Rücktransport aus vom Vercharterer nicht zu vertretenden Gründen trägt der Charterer die entsprechenden Kosten; dies gilt insbesondere bei Schäden, die durch unsachgemäße Handhabung oder durch Unfälle entstanden sind.

14. Charterpreis
Der Charterpreis beinhaltet:

  • a. die Nutzung des Catamarans und deren Einrichtung durch die im Chartervertrag genannten Mannschaftsmitglieder,
  • b. den damit verbundenen natürlichen Verschleiß, die Versicherungen gemäß Ziffer 4,
  • c. die Erstausrüstung mit Gas und Schmieröl,
  • d. die Behebung unverschuldeter Störungen im normalen Fahrtgebiet; bei fahrbereitem Schiff jedoch nur im Heimathafen.

Nicht eingeschlossen sind:

  • a. Schäden durch äußere Gewalteinwirkung,
  • b. grob fahrlässig verschuldete Störungen (z.B. verstopfte Toiletten) und
  • c. Treibstoff.

Hiermit erklärt der Charterer ausdrücklich, dass er die Charterbedingungen gelesen und verstanden hat, mit der Funktionsweise des Schiffes klargeworden ist und damit einverstanden ist.

 

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